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Biografische Erbschaften: Transgenerationale Perspektiven in der Biografiearbeit

Interdisziplinäre Tagung an der Universität Siegen in Kooperation mit dem Fachverband für Biografiearbeit

am 22.-23. September 2017


Unter der Schirmherrschaft von Ministerin Barbara Steffens, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Unter der Schirmherrschaft von Ministerin Barbara Steffens, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen

 

 © MGEPA NRW / Foto: Franklin Berger

Jeden Augenblick unseres Lebens sammeln wir Erfahrungen, die uns beeinflussen und prägen. Insbesondere einschneidende Erlebnisse - positive wie negative - wirken nachhaltig auf die Persönlichkeit und auf den Umgang mit unseren Mitmenschen.So geben etwa Kriegsgenerationen ihre Erfahrungen nicht nur durch Erzählungen weiter, sonderngerade auch durch ihr Verhalten und ihre Gefühlsäußerungen.

Biografiearbeit ist ein Weg, das eigene Verhalten, psychische Krisen und andere gesundheitliche Beschwerden im Zusammenhang mit Erlebnissen und Traumatisierungen unserer Vorfahren zu verstehen. Dieses Verständnis kann dazu beitragen, die Weitergabe von negative Verhaltensmustern zu verändern.

Gerade jetzt, da sehr viele Menschen mit Kriegs- und Fluchterfahrungen bei uns Schutz finden, gewinnt die Biografiearbeit zusätzliche Bedeutung. Denn sie ist eine wichtige therapeutische Methode für die Betroffenen und zugleich ein Präventionsinstrument für die seelische Gesundheit der nachfolgenden Generationen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir laden Sie recht herzlich zur Tagung „Biografische Erbschaften: Transgenerationale Perspektiven in der Biografiearbeit“ am 22. und 23. September 2017 nach Siegen ein.

„Biografische Erbschaften“ tragen wir alle in uns. Sie können eine Last für unser Leben darstellen oder auch eine Quelle sein, die unser Leben bereichert. Fast immer ist in der eigenen Familiengeschichte beides zu entdecken: das Schwere und das Leichte, Schuld und Verantwortung, Lähmung und Lebendigkeit. Biografiearbeit unterstützt dabei, das Vergangene in die eigene Geschichte zu integrieren und eine stimmige Biografie zu entwickeln.

Biografiearbeit hat längst nicht mehr nur das einzelne Individuum im Blick, sondern sieht den Menschen in seinem Eingebundensein in vielfältige „transgenerationale Beziehungen“. Mit der Fachtagung nähern wir uns verschiedenen „biografischen Erbschaften“ auf kollektiver und individueller Ebene. Jede Generation gibt der nächsten ihre emotionalen Erfahrungen weiter, die negativen und die positiven. Insbesondere der Nationalsozialismus, die Weltkriege und ihre Folgen in und für Familien wirken bis in unsere Gegenwart hinein. Die Verbrechen unserer Vorfahren, traumatische Kriegserlebnisse oder Menschen, die damals zu Opfern geworden sind, prägen, oft still und unbewusst, das Leben der nachfolgenden Generationen.

Aber auch andere, innerfamiliäre Erbschaften werden weitergegeben und führen zu Wiederholungen, unbewussten Loyalitäten und Fortführungen von Mustern in der Lebensgeschichte von Familien.

Die Möglichkeiten und Grenzen von Biografiearbeit in unterschiedlichen Kontexten wie Beratung, Therapie und Bildungsarbeit für verschiedene Alters- und Zielgruppen werden wir in Theorie und Praxis in den Blick nehmen.

Die Tagung richtet sich an alle, die in ihrem beruflichen Umfeld biografisch arbeiten, besonders aber an Psychotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, Ärzt*innen und Personen in weiteren psychosozialen Berufsfeldern.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen,

 

Prof. Dr. Simon Forstmeier
(Universität Siegen) 
Thomas Schollas
(Fachverband für Biografiearbeit)

 

Forstmeier


 

Schollas

 

Birgit Lattschar
(Fachverband für Biografiearbeit)
Elisabeth Christa Markert
(Fachverband für Biografiearbeit)
Lattschar

Markert